Seit 2011 sind wir als archäologische Fachfirma in Südniedersachsen und angrenzenden Regionen aktiv. Wir begleiten Bauvorhaben jeder Größenordnung – von der Scheune bis zum Windpark – und dokumentieren menschliche Spuren der Vergangenheit, bevor sie verloren gehen. Unser Spektrum reicht von klassischen Ausgrabungen und historischer Bauforschung bis hin zur modernen digitalen Auswertung. Wir sind ein starkes, dynamisches Team, das ständig in Bewegung bleibt, voneinander lernt und Projekte entschlossen umsetzt.
Doch wir wollen Archäologie nicht nur sichern, sondern für alle Generationen erfahrbar machen. Aus diesem Anspruch heraus haben wir das innovative Projekt „Kunst und Archäologie“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit dem Künstler Flavio Apel und der Galerie Ahlers verbinden wir hier Wissenschaft und Kreativität auf eine neue Weise: Durch lebendige Stadtführungen, Ausstellungen, Mitmachtage, interaktive Workshops, Vorträge und Seminare möchten wir wir die Vergangenheit greifbarer und verständlicher machen.
Wer sind wir? Flavio Apel
Der deutsch-italienische Künstler Flavio Apel begeistert sich schon seit seiner Kindheit für die Archäologie. Bekannt ist er vor allem für seine präzisen Blei- und Farbstiftzeichnungen, die bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen waren. Seine detailreichen Werke brachten ihm internationale Anerkennung und Auszeichnungen ein; zudem wurden Arbeiten von ihm unter anderem vom documenta Forum in Kassel angekauft.
Seit November 2023 bereichert er das Projekt „Kunst und Archäologie“ als kreativer Partner. Er übersetzt reale archäologische Funde und Grabungssituationen in feinsinnige Zeichnungen, die die Geschichte in die Gegenwart versetzen. Gemeinsam blicken wir nach vorne: Seid gespannt auf neue, spannende Projekte – ob innovative Ausstellungen, interaktive Workshops oder vielseitige Messebeteiligungen!
Wer sind wir? Oliver Ahlers
Seit über 40 Jahren ist die Galerie von Oliver Ahlers eine feste Größe in Göttingen und im nationalen Kunsthandel. Auf stolzen 350 qm Ausstellungsfläche präsentiert die Galerie hochkarätige Werke von der Klassischen Moderne bis zur Zeitgenössischen Kunst. Neben maßgeschneiderten Ausstellungen steht das Team Sammlern mit fundierter Expertise und echter Liebe zum Detail beratend zur Seite.
Dabei bleibt die Galerie immer am Puls der Zeit und offen für neue, unkonventionelle Wege. Gemeinsam mit Streichardt & Wedekind und dem Künstler Flavio Apel wird diese Vision im Projekt „Kunst und Archäologie“ lebendig. Zu dieser Zusammenarbeit sagt Oliver Ahlers: „Kunst und Archäologie vertragen sich wunderbar!
Warum passen Kunst und Archäologie zusammen?
Warum passen Kunst und Archäologie zusammen?
Archäologie untersucht materielle Spuren der Vergangenheit, fragt nach Herkunft, Nutzung und Fundzusammenhang und macht sichtbar, was fragmentarisch erhalten geblieben ist. Indem sie historische Orte erschließt und geschichtliches Wissen bewahrt, fördert sie nachweislich den gesellschaftlichen Dialog und steigert die Lebensqualität in einer Region.[1]
Kunst dagegen kann solche Spuren neu interpretieren, gewohnte Sichtweisen aufbrechen und andere Zugänge zur Vergangenheit eröffnen. Die Archäologie schafft Wissen, Kontext und historische Tiefe, während die Kunst Wahrnehmung öffnet, Irritation zulässt und neue Deutungen ermöglicht. Kulturteilhabe und das Bewusstsein für Geschichte stärken so das Zugehörigkeitsgefühl zu einem gemeinsamen kulturellen Raum und helfen, Klischees abzubauen.[2]
Beide Disziplinen arbeiten nicht mit abgeschlossenen Wahrheiten, sondern mit Spuren, Vermutungen und Perspektiven. Beide fordern dazu auf, genau hinzusehen, zu vergleichen und zu interpretieren. Während die Archäologie fragt, was ein Objekt über eine vergangene Zeit verrät, kann Kunst fragen, was dieses Objekt heute noch auslöst, welche Geschichten es erzählt und welche Gegenwartsbezüge darin sichtbar werden. Dabei hat die Beschäftigung mit Kunst auch ein großes Potenzial für das Wohlbefinden: Studien zeigen, dass kulturelle Teilhabe Stress reduzieren[3], die psychische Gesundheit stärken [4] und das Gefühl sozialer Verbundenheit fördern kann.[5]
Aus der Verbindung von Kunst und Archäologie entsteht ein besonderer Mehrwert: Kunst kann archäologische Funde und Spuren menschlichen Handelns aus dem rein wissenschaftlichen Rahmen lösen und ihnen eine neue sinnliche oder emotionale Dimension geben. Umgekehrt geben archäologische Objekte der Kunst historische Tiefe, Materialität und Anlass zur Auseinandersetzung.
Der Blick zurück wird so nicht zum bloßen Rückblick, sondern zu einem Mittel, die Gegenwart besser zu verstehen und Zukunft bewusster zu denken. Historisches Wissen ermöglicht es nämlich, Kontinuitäten und Brüche zu erkennen und gesellschaftliche Entwicklungen besser zu verstehen[6]. Genau deshalb gehören Kunst und Archäologie zusammen: Sie schärfen gemeinsam den Blick auf das, was war, was ist und was werden kann.
Unser Ziel ist es deshalb, Archäologie und Kunst für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen: offen für alle Generationen, manchmal spielerisch, interaktiv und zeitgemäß. Wir möchten nicht trocken vermitteln, sondern zum Mitdenken, Mitsehen und Mitreden einladen
[1] Historic England / Cerisola (2024): Heritage, creativity and local development. https://historicengland.org.uk/content/docs/research/cultural-heritage-development-through-creativity/
[2] European Commission JRC (2024): Cultural Gems. https://arxiv.org/abs/2402.07335
[3] Brown et al. (2016): Can the Arts Get Under the Skin? Arts and Cortisol for Economically Disadvantaged Children. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27921313/
[4] Fancourt & Tymoszuk (2019): Cultural engagement and incident depression in older adults: evidence from the English Longitudinal Study of Ageing. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6429253/
[5] WHO Health Evidence Network Report 67 (Fancourt & Finn, 2019): https://iris.who.int/handle/10665/329834
[6] UNESCO (2024): Culture and Social Inclusion. https://www.unesco.org/en/articles/cutting-edge-all-aboard-culture-and-social-inclusion