„gegraben“

Feldarbeit und Dokumentation im Dialog

Das Bild gegraben des Künstlers Flavio Apel zeigt die vielschichtige Realität moderner archäologischer Ausgrabungplätze: Hier dominieren Spaten, Schaufel, Bagger und neuste digitale Technik. In der Zeichnung verdichten sich diese realen Phasen archäologischer Feldarbeit zu einer stimmungsvollen Komposition.

Die Szenerie zeigt einen kühlen, frühen Morgen, an dem die Landschaft unter dichtem Nebel liegt. Auf der rechten Seite misst ein Archäologe die Befunde mit dem Tachymeter ein, einem hochpräzisen Vermessungsgerät zur zentimetergenauen Erfassung der Grabungsfläche. In der Mitte halten zwei Teammitglieder die einzelnen Phasen der Ausgrabung schriftlich fest, während auf der linken Seite die körperliche Erdarbeit stattfindet.

Doch die ruhige Landschaft täuscht. Eine Windhose zieht durch das Bild und bricht die Szene auf, während am unteren Bildrand ein markanter Riss entsteht. Aus der Erde treten gedruckte Textfragmente hervor: Es sind Bruchstücke der eigentlichen Fundort-Dokumentation; Wörter und Berichte, die chronologisch erst viel später entstehen. Die Archäologen im Bild arbeiten dabei völlig unbeeindruckt, ganz vertieft in ihre alltägliche Aufgabe.

Flavio webt auf diese Weise die zeitlich versetzten Arbeitsschritte unseres Faches in einer einzigen Szene stimmungsvoll zusammen.

Weitere Bilder, die die archäologische Arbeit darstellen, sind in der Galerie Ahlers in Göttingen (Düstere Str. 21) zu sehen.

gegraben, Bleistift auf Papier, 36 x 57 cm, 2024